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Aktualisiert am:

16. September 2026 um 23:44:31

Bolivien

Standouts

Salar de Uyuni

Altiplano

Titicacasee

Amazonas

Bergsteigen

Überblick

Bolivien grenzt an Brasilien im Norden und Osten, an Paraguay und Argentinien im Süden sowie an Chile und Peru im Westen. Seit dem Salpeterkrieg gegen Chile (1879–1884) hat das Land keinen Zugang mehr zum Meer – ein Verlust, der bis heute schmerzt und jedes Jahr am 23. März mit dem «Día del Mar» begangen wird. Der Westen wird vom Altiplano geprägt, einer Hochebene auf rund 3'800 m ü. M. zwischen zwei Anden-Ketten, der Osten fällt ab ins Amazonastiefland.

Bolivien hat gleich zwei Hauptstädte: Sucre ist die verfassungsmässige Hauptstadt, der Regierungssitz liegt aber in La Paz. Mit rund 3'640 m ü. M. ist La Paz der höchstgelegene Regierungssitz der Welt, und der Flughafen in El Alto liegt sogar auf gut 4'060 m. Das Land umfasst 1'098'581 km² – etwa das 26-Fache der Schweiz – und beherbergt rund 11.4 Millionen Menschen (Zensus 2024).

Bolivien ist das indigenste Land Südamerikas. Neben Spanisch sind 36 indigene Sprachen offiziell anerkannt, am weitesten verbreitet sind Quechua, Aymara und Guaraní. Das prägt den Alltag: Die Wiphala, die bunte Fahne der Andenvölker, hängt gleichberechtigt neben der Nationalflagge, und die Cholitas in Pollera-Rock und Melone sind kein Folklore-Kostüm, sondern gelebte Gegenwart.

Wirtschaftlich lebt Bolivien von seinen Bodenschätzen. Zinn, Silber, Zink und Antimon werden seit Jahrhunderten gefördert, dazu kommen Erdgas und Soja. Unter dem Salar de Uyuni liegt eines der grössten Lithiumvorkommen der Welt – Bolivien besitzt rund 22 % der weltweiten Reserven. Der Tourismus ist im Vergleich zu Peru oder Chile noch klein, was für dich als Individualreisenden vor allem ein Vorteil ist.

Die bolivianische Küche ist deftig und wird dich auf 4'000 m ü. M. sehr glücklich machen. Salteñas, saftige Teigtaschen mit Fleisch, Kartoffeln und Brühe, gibt es an jeder Ecke – aber nur bis mittags, danach sind sie ausverkauft. Dazu kommen Silpancho (paniertes Fleisch auf Reis und Kartoffeln mit Spiegelei), Pique Macho und der Api, ein warmes, violettes Maisgetränk zum Frühstück. Bolivien kennt über tausend Kartoffelsorten, und Chuño – im Wechsel aus Nachtfrost und Sonne gefriergetrocknete Kartoffeln – wird seit Jahrhunderten genau so hergestellt. Wir haben uns unterwegs fast täglich vom Almuerzo ernährt, dem Mittagsmenü aus Suppe, Hauptgang und Getränk – für ein paar Bolivianos bekommst du damit die ehrlichste und günstigste Mahlzeit des Landes.

Die Geschichte reicht weit zurück: Rund um den Titicacasee entstand ab etwa 200 n. Chr. die Tiwanaku-Kultur, später kamen die Inka, ab 1535 die Spanier. In Potosí lag der Cerro Rico, der «reiche Berg», der Spanien über Jahrhunderte mit Silber versorgte – die Redewendung «vale un Potosí» stammt daher, der Preis dafür waren unzählige Tote in den Minen. Am 6. August 1825 wurde Bolivien unabhängig und nach Simón Bolívar benannt. In der jüngeren Geschichte prägte Evo Morales das Land, der 2006 als erster indigener Präsident antrat und 2019 zurücktrat. Seit November 2025 ist Rodrigo Paz Präsident.

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Highlights

Things to do in Bolivien

Bolivien lässt sich grob in vier Welten einteilen, die kaum unterschiedlicher sein könnten: das Hochland rund um La Paz, den Südwesten mit Salzsee und Wüste, das koloniale Zentrum und das grüne Tiefland. Plane genug Zeit ein – die Distanzen sind gross und die Strassen langsam.

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Der Altiplano und La Paz

Der Altiplano ist die zweitgrösste Hochebene der Welt nach Tibet. Hier liegt alles auf über 3'500 m ü. M., die Luft ist dünn, das Licht hart und die Nächte eisig. Nimm dir die ersten zwei bis drei Tage Zeit zum Akklimatisieren – dein Körper wird es dir danken.

La Paz

La Paz liegt in einem Talkessel, der sich von 3'200 bis über 4'100 m ü. M. zieht, und ist die verrückteste Stadt, die du in Südamerika sehen wirst. Statt einer U-Bahn fährt hier «Mi Teleférico», mit zehn Linien und über 30 km Länge das längste urbane Seilbahnnetz der Welt. Eine Fahrt kostet ein paar Bolivianos und ist die beste Stadtrundfahrt, die du je gemacht hast. Im Mercado de las Brujas, dem Hexenmarkt, findest du Kräuter, Amulette und getrocknete Lamaföten, die Aymara-Familien beim Hausbau als Opfergabe vergraben.

Wir sind in La Paz tagelang einfach Seilbahn gefahren, ohne Ziel – von oben verstehst du die Stadt in zwanzig Minuten besser als in drei Tagen zu Fuss.

Tipp: Fahr mit der roten Linie hoch nach El Alto und besuche dort den Feria 16 de Julio – einen der grössten Märkte Südamerikas, an dem es wirklich alles gibt. Donnerstag und Sonntag.

Tiwanaku

Rund 70 km westlich von La Paz liegt die Ruinenstätte Tiwanaku, das Zentrum einer Hochkultur, die lange vor den Inka existierte. Das Sonnentor und die monolithischen Statuen sind UNESCO-Weltkulturerbe und geben dir ein Gefühl dafür, wie alt die Besiedlung des Altiplano wirklich ist.

Tipp: Am 21. Juni wird hier das Aymara-Neujahr «Willkakuti» gefeiert – Tausende empfangen bei bitterer Kälte den Sonnenaufgang. Ein echtes Erlebnis, wenn du zu dieser Zeit im Land bist.

Copacabana und der Titicacasee

Der Titicacasee ist mit rund 3'810 m ü. M. der höchstgelegene schiffbare See der Welt und wird sich zwischen Sonne und Wolken jede Stunde neu einfärben. Copacabana ist der bolivianische Hauptort am See, bekannt für die Basilika mit der Virgen de Copacabana und für Forellen direkt vom Grill.

Tipp: Steig auf den Cerro Calvario über dem Ort – etwa 45 Minuten, und der Sonnenuntergang über dem See gehört zu den schönsten des Landes.

Isla del Sol

Die Sonneninsel gilt in der Inka-Mythologie als Geburtsort der Sonne und ist bis heute ohne Autos und ohne asphaltierte Strassen. Du wanderst auf alten Pfaden zwischen Terrassenfeldern, Eseln und Ruinen von einer Inselseite zur anderen.

Tipp: Übernachte eine Nacht auf der Insel statt nur einen Tagesausflug zu machen. Sobald die Boote weg sind, gehört die Insel dir – und der Sternenhimmel auf dieser Höhe ist unschlagbar.

Huayna Potosí

Der Huayna Potosí ist 6'088 m hoch und gilt als einer der am leichtesten zugänglichen Sechstausender der Welt. In zwei bis drei Tagen mit Guide, Steigeisen und Eispickel stehst du oben – Vorkenntnisse brauchst du keine, eine gute Akklimatisation dafür umso mehr.

Tipp: Unterschätze das nicht, nur weil es «einfach» heisst. Wer direkt aus Europa anreist und nach fünf Tagen hochwill, wird oben nicht glücklich. Plane mindestens eine Woche auf Höhe davor ein.

Die Yungas-Strasse («Death Road»)

Die alte Yungas-Strasse führt auf 64 km von rund 4'650 m bis auf gut 1'200 m hinunter nach Coroico – von Nebel und Fels in feuchtwarmen Bergregenwald. Bis in die 90er-Jahre starben hier 200 bis 300 Menschen pro Jahr, seit 2006 gibt es eine Umfahrung und die alte Piste gehört praktisch nur noch Mountainbikern.

Tipp: Spar hier nicht am falschen Ort. Nimm einen Anbieter mit gutem Material, Funk und Begleitfahrzeug – die Preisunterschiede sind klein, die Unterschiede beim Material sind es nicht.

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Unterkunft

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Essen

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Getränke

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Backpacking
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Economy
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Luxury
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